Sonntag, 4. August 2019

„Passive“ Kühlmaßnahmen


Passivhäuser zeichnen sich unter anderem durch eine hochwertige Wärmedämmung, Fenster mit Dreifach-Verglasung sowie eine luftdichte Gebäudehülle aus. Im Winter sorgt die Wärmerück- gewinnung der Lüftungsanlage dafür, dass die Luft vorgewärmt ins Haus kommt. Was bei Kälte die Wärme im Haus hält, hilft gleichzeitig im Sommer: Die Hitze kommt langsamer ins Haus. Damit sich ein Passivhaus während einer sommerlichen Hitzeperiode möglichst gar nicht oder nur lang- sam aufheizt, gibt es sogenannte "passive Kühlmaßnahmen“. Die können auch in konventionellen Gebäuden helfen, den sommerlichen Komfort ohne zusätzliche aktive Kühlung weitgehend zu erhalten:

 Eine außenliegende Verschattung ist die erste und wichtigste Maßnahme gegen eine Aufheizung der Innenräume. Außenliegende Jalousien oder Rollos sollten daher an heißen Tagen möglichst ganz geschlossen bleiben. Diese Option ist auch im Altbau gegeben, dort ist jedoch der Wärmeeintrag über Wände und Dach deutlich höher.

 Passive Nachtauskühlung: im Laufe des Sommertages wird es auch im Passivhaus ein wenig wärmer. Daher ist es wichtig, die Wärme nachts, wenn es kühler ist, am besten über offene Fenster wieder abzulüften. Dadurch kühlen die Innenräume des Gebäu- des ab. Die Wände und Decken speichern dann diese Kühle für den nächsten Sommer- tag. Diese Option ist auch im Altbau gegeben. Im Passivhaus hält der kühle Zustand jedoch deutlich länger.

 Wenn es nicht möglich ist, Fenster zu öffnen, dann kann nachts kühle Außenluft auch über die Lüftungsanlage (Sommerbypass) in die Wohnung gesaugt werden. Da die Lüftungs- anlage jedoch kleinere Luftmengen ins Haus bringt als geöffnete Fenster, ist die nächtliche Fensterlüftung effektiver.

 Ist es am Vormittag nach der nächtlichen Abkühlung drinnen kühler als draußen, dann sorgt die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage im Passivhaus dafür, dass die fri- sche Luft schon vorgekühlt ins Haus kommt: Die Lüftungsanlage gibt die Wärme der Au- ßenluft an die Abluft ab, bevor sie ins Gebäudeinnere kommt. Die Abluft wird nach außen abgeführt. Nach innen gelangt dann nur die vorgekühlte Luft. Diese Option gibt es nur bei einem Passivhaus mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

 Energieeffiziente Haushaltsgeräte und energiesparende Beleuchtung senken nicht nur die Stromrechnung. Sie produzieren auch weniger unnötige Abwärme. So bleibt das Haus im Sommer länger kühl.

 Warmwasserleitungen müssen gut wärmegedämmt sein. Das reduziert nicht nur die Energieverluste, sondern mindert auch die Aufheizung der Innenräume im Sommer.

Quelle: ig passivhaus

Mittwoch, 16. Januar 2019

Baugewerbe erhöht Umsatzprognose für 2018 auf 5,5% und rechnet für 2019 mit 5 bis 6%

„Die Konjunkturlokomotive Bau brummt weiter. Wir erwarten aktuell für das gesamte Jahr 2018 ein Umsatzwachstum von 5,5 Prozent auf 120 Milliarden Euro. Für 2019 rechnen wir mit einem ähnlichen Umsatzwachstum wie in diesem Jahr, nämlich mit 5% bis 6%. Die Zahl der Beschäftigten wird 2019 ebenfalls weiter leicht zulegen,“ dieses erklärte der ZDB-Haupt­geschäftsführer Felix Pakleppa heute (5. September) in Berlin.
Im Wohnungsbau fiel die Steigerung der Bauleistung zum Ende des ersten Halbjahres mit 9% besonders deutlich aus. Hinzu kommt, dass bis Ende Juni insgesamt (Neu- und Umbau) fast 170.000 neue Wohnungen genehmigt wurden, was etwa dem Vorjahresniveau entspricht - siehe auch Bauletter-Editorial „Im ersten Halbjahr „nominal“ 0,6% weniger Baugenehmigungen“ vom 15.8.2018.

„Der Treiber schlechthin ist der Mehrfamilienhausbau. In diesem Bereich erwarten wir 2018 die Fertigstellung von ca. 138.000 Wohneinheiten, das wären 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2019 rechnen wir mit der Fertigstellung von ca. 148.000 Wohnungen - das ist ein Plus von 7% Prozent,“ erläuterte Pakleppa. Dabei würden die geplanten Sonderabschreibungen den Mehrfamilienhausbau zunächst stützen. Allerdings würden mit der Befristung keine nachhaltigen Rahmenbedingungen gesetzt: „Wir werben weiterhin für eine sachgerechte (und damit nicht befristete) Anpassung der AfA von 2 auf 3 Prozent.“ (siehe auch Beitrag „GdW: ,Bezahlbarer Mietwohnungsbau braucht Anhebung der linearen Abschreibung‘“ vom 2.9.2018.)

2018 erwartet das deutsche Baugewerbe die Fertigstellung von Ein- und Zweifamilienhäusern  mit etwa 106.000 bis 108.000 Wohneinheiten in ähnlicher Zahl wie in den Vorjahren. Insgesamt wird 2018 die Fertigstellung von ca. 300.000 und 2019 von ca. 315.000 Wohnungen erwartet. Das bedeutet einen Umsatzzuwachs von 5,5% auf 44,1 Mrd. Euro in 2018. In 2019 dürfte das Wachstum auf ähnlichem Niveau liegen.

Der Umsatz im Wirtschaftsbau lag in den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten per Juni bei gut 15 Mrd. Euro (+9,5%). Ein Plus von gut 11% im Auftragseingang per Juni wirft ein Schlaglicht auf die nun schon lange anhaltende und hohe Kapazitätsauslastung der deutschen Wirtschaft.

Im Hinblick auf die Verkaufspreise von Bauleistungen hat das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr 2018 Preissteigerungen für Bauleistungen von gut 4% (gegenüber dem Vorjahreszeitraum) genannt, z.B. für Bauarbeiten an Bürogebäude um 4,1%, für Straßenbauarbeiten um 5,5% und für Wohngebäude um 3,1 % (nur erstes Quartal).
Die Entwicklungen der Preise für Bauleistungen sind in erster Linie Folge von Preissteigerungen für eingekaufte Materialien (z.B. Stahlbeton 20%, Holz 4,7%, mineralische Erzeugnisse wie Beton 3%) und Tariferhöhungen (beim Mindestlohn von 4% und bei Facharbeitern um ca. 6%).

Quelle: baulinks.de

Freitag, 24. Februar 2017

KfW Effizienzhaus Standard? Was ist das eigentlich?

Zur Zeit (Ende 2016) gibt es folgende Definitionen:

- KfW Effizienzhaus 55
- KfW Effizienzhaus 40
- KfW Effizienzhaus 40 Plus


Maßgebend ist der Jahresprimärenergiebedarf Qp. Hier darf der Maximalwert eines Gebäudes z.B. max. 55 % des Wertes für das Referenzgebäude nach EnEV2009 betragen. Und der Tränsmissionswärmeverlust H'T darf max. 70% des Wertes für das Referenzgebäude nach EnEV2009 betragen.

Was verbirgt sich hinter diesen Bezeichnungen?

Endenergie Qe = Nutzenergie Qn + Anlagenverluste
Primärenergie Qp = Endenergie Qe × fp
H'T = Spezifischer Transmissionswärmeverlust (bewertet die gesamte Hülle eines Gebäudes)

Der Faktor fp beinhaltet zum einen die Verluste, die bei der Bereitstellung des Energieträgers entstehen (beispielsweise Förderung, Transport, Raffination, Trocknung oder Lagerung), zum anderen enthält er auch eine politisch oder ökologisch bestimmte Komponente, die den CO2-Ausstoß der einzelnen Energieträger bewertet. Damit sind die Energieträger teilweise nach dem Maß ihrer Nachhaltigkeit gewichtet. Beispielsweise hat Holz einen niedrigen Wert fp = 0,2; der Wert fp = 1,1 für Erdgas liegt nahe 1, und der Wert fp = 2,6 für Strom liegt vor allem aufgrund der hohen Energieverluste zur Herstellung des Stroms aus anderen Energieträgern sehr hoch.

Es geht nichts aus diesen Definitionen über den Heizenergiekennwert hervor, also wieviel "Liter Heizöl oder Gas" das Haus verbraucht, sprich die Endenergiemenge bzw. wieviel Sie für die Beheizung des Gebäudes monatlich bezahlen müssen.

Zum Vergleich: Ein Passivhaus benötigt 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr an Endenergie, also die Energie, die Sie zahlen müssen! Aktuell betragen die Heizkosten bei einem von uns konzipierten Passivhaus gerade einmal 1,- € pro Quadratmeter im Jahr!
Wieviel verbraucht denn nun ein KfW Effizienzhaus in € pro Monat?!

Es verbraucht leider immer noch zuviel Energie und ist ist somit sehr teuer im Monat bzw. Jahr. Und die primärenergetische Betrachtung ist und bleibt eine undurchschaubare Betrachtung für den Bauherrn. Denn der Bauherr zahlt leider keine Primärenergie! 

Sie tanken an der Tankstelle ja auch kein Erdöl, sondern eben Benzin oder Diesel. Und damit Erdöl zu Benzin wird, muss wiederum Energie aufgewendet werden, um also aus Primärenergie Endenergie zu machen. Und um das zu berechnen, gibt es Primärenergieumrechnungsfaktoren!.

Die auf dem Markt angebotenen KfW-Effizienzhäuser haben alle eines gemeinsam: Es ist immer eine Wärmepumpe oder ein Pelletofen vorhanden, weil es hier einen günstigen Primärenergieumrechnungsfaktor gibt (z.B. Holz = 0,2). Wenn dieselben Häuser mit z.B. einer Gastherme berechnet werden, steigen die Primärenergiewerte sehr stark an (3 bis 5-fache Werte) und es sind plötzlich keine KfW-Effizienzhäuser mehr. Wenn ein Gebäude einen Endenergiewert von z.B. 100 kWh/m² im Jahr hat (Passivhaus = 15 kWh/m²a) und Sie mit Holz heizen, dann beträgt der Verbrauch am Primärenergie 20 kWh/m² im Jahr! Nur zahlen Sie leider keine Primärenergie, sondern eben Endenergie! An der Dämmung usw. wurde also nichts verändert, sondern nur am Energieerzeuger.
Oder anders ausgedrückt: Bei der Verwendung einer Gastherme wird es nur wieder zum KfW-Effizienzhaus, indem viel mehr Dämmung eingebaut wird. Und dann ist man quasi wieder beim Passivhaus angelangt!


Ein weiteres Beispiel zur Primär- bzw. Endenergie: Wenn Sie Zuhause 1 kWh Strom aus Ihrer Steckdose "verbrauchen", dann bezahlen Sie gemäß Ihres Stromzählers 1 kWh an Ihren Versorger. In Wirklichkeit zahlen Sie aber ca. 3 kWh in der Herstellung! Denn wenn 1 kWh Strom bei Ihnen ankommt, müssen ca. 3 kWh "hergestellt" werden. Es gehen also 2 kWh unterwegs verloren durch Leitungs- und Umwandlungsverluste!

Was für Häuser sind i.d.R. KfW - Effizienzhäuser?

Es sind Standardhäuser mit i.d.R. folgenden Komponenten:

  • immer sind Anlagen enthalten, welche Energie erzeugen wie z.B. Solar- oder PV-Anlagen
  • die u-Werte sind nur unwesentlich besser als der Gesetzgeber
    es fordert! (u-Wert = Wärmedämmwert)
  • Pelletsheizung oder meistens Wärmepumpe mit theoretisch guten Werten
Fazit:
Der KfW-Effizienzhaus-Standard wird also nur durch Verwendung einer Holzheizung oder Wärmepumpe mit theoretisch guten Werten erreicht, oder es wird bilanziert. D.h. es wird dem Verbrauch des Hauses ein energetischer Gewinn durch Solar- oder PV-Anlagen gegenüber gestellt. Eine Bilanz sagt aber in diesem Zusammenhang nichts über den tatsächlichen Verbrauch eines Gebäudes aus. Der Verbrauch ist aber genauso groß wie bei einem Standardgebäude. Die Heizkosten sind zu hoch, und die Mehrinvestition für ein vermeindliches Energiesparhaus hat sich nicht gelohnt!
Ein Passivhaus erreicht auch ohne zusätzliche Gewinne aus Solar- oder PV-Anlagen den KfW 40 Standard. 

Was geschieht in diesen Fällen, wenn Sie sich als Bauherr später bei der Baufirma über diesen Punkt beschweren?

In der Regel gar nichts, denn der Gesetzgeber und die KfW verpflichtet den Erbauer eines KfW-Hauses nicht zum Nachweis dieser Werte. Es werden lediglich die oben genannten Kriterien verlangt.

Leider liegt hier ein klarer Interessenskonflikt vor. Die KfW bzw. die Bundesregierung soll / muss CO2 einsparen, und dass wird mit primärenergetischen Ansätzen bewertet. Der Bauherr will ein Energiesparhaus, weil er Geld sparen will / muss, was er aber nicht bekommt. Die Interessen gehen also weit aneinander vorbei!

Machen Sie es dem KfW-Effizienzhaus Verkäufer schwer, indem Sie auf den Einbau einer Gastherme bestehen! Oder fragen Sie Ihn nach den monatlichen Heizkosten in €? Es wird interessante Antworten geben!

Weitere Infos: www.passivbau.net 55

Donnerstag, 24. November 2016

Klimaschutzplan 2050: Nach Kompromiss bei Kohleenergie muss die Dämmung es richten

Sollen die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden, müssen insbesondere die alten Gebäude in Deutschland künftig noch sparsamer mit Energie umgehen als bisher geplant - das ist die Konsequenz eines Kompromisses, auf den sich die beteiligten Bundesministerien beim Klimaschutzplan 2050 geeinigt haben. Danach darf die deutsche Industrie bis zum Jahr 2030 zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO₂) mehr ausstoßen als im Entwurf des Bundesumweltministeriums zum Klimaschutzplan zunächst vorgesehen war.

Um das Gesamtziel an Treibhausemissionen nicht zu verfehlen, soll es nun der Gebäudebereich richten und zusätzliche acht Millionen Tonnen CO₂ weniger ausstoßen. „Damit kommt der Fassadendämmung als einer sinnvollen und effizienten Möglichkeit, Heizenergie zu sparen, eine nochmals höhere Bedeutung zu“, erwartet Lothar Bombös, Vorsitzender des Vorstands der Brancheninitiative Qualitätsgedämmt e.V. (QDeV).

Zur Erinnerung: Die Gebäude in Deutschland sind für etwa ein Drittel aller CO₂-Emissionen und rund 40% des Endenergieverbrauchs verantwortlich. Mehr als 60% der Fassaden sind bis heute nicht gedämmt. Der aktuell gültigen Energie-Einsparverordnung (EnEV) entsprechen nur rund 20% aller Gebäude - fast ausnahmslos im Neubau. Bei einem freistehenden Haus aus dem Bestand geht im Durchschnitt mehr als ein Viertel der gesamten Heizenergie über die Gebäudehülle verloren. Folgerichtig kommt der Sanierung von Fassade, Dach sowie Fenstern eine Schlüsselrolle beim Energiesparen und damit beim Umweltschutz zu. Daher will die Bundesregierung, dass „deutlich mehr und deutlich schneller in die energetische Optimierung des heutigen Bestandes investiert wird“, wie es im Klimaschutzplan 2050 heißt.
Der knapp vor der Klimakonferenz 2016 in Marrakesch verabschiedete „Klimaschutzplan 2050“ soll aufzeigen, wie Deutschland bis Mitte des Jahrhunderts weitgehend ohne Treibhausgas-Emissionen wirtschaften kann. Dazu sollen die gesamten Wohngebäude im Durchschnitt nur noch knapp 40 kWh/m²a benötigen. 
Zur energetischen Gebäudesanierung haben Bund, Länder und auch Kommunen meist in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) diverse Förderprogramme aufgelegt. Die Schaffung von finanziellen Anreizen für Hausbesitzer ist auch in der aktuellen Fassung des Klimaschutzplans 2050 ausdrücklich vorgesehen. „Die wirkungsvollste Motivation für Hausbesitzer zur energetischen Sanierung wäre nach wie vor die Möglichkeit zur steuerlichen Absetzbarkeit“, meint QDeV-Vorstand Lothar Bombös. „Es wäre jetzt, rechtzeitig vor der Bundestagswahl, ein wichtiges Signal, diesen hilfreichen Schritt neu aufzugreifen“.

Quelle: baulinke.de


Fazit:  Der Bau von Passivhäusern ist und wird künftig immer bedeutsamer!

Mittwoch, 11. November 2015

KfW Förderung für Neubauten im Gewerbebau

Die KfW fördert im großem Maße Neubauten (Nichtwohngebäude) im energieoptimierten Standard. Wenn man also ein Bürogebäude im Passivhaus-Standard mit einer gut gedämmten Produktionshalle bauen will, dann erhält man hierfür ein gefördertes Darlehen von der KfW zu einem Zinssatz von 1 %. Alle Gebäude müssen dann insgesamt in Summe gemittelt das KfW Effizienzhaus 55 Niveau erreichen.
Zusätzlich bekommt der Bauherr einen Zuschuss i.H. von 5% der Fördersumme oder max. 50,- €/qm. 

Das Wichtigste in Kürze
  • Zinssatz ab 1,00 % effektiv 
  • Förderung gewerblich genutzter Nichtwohngebäude - Neubau und Sanierung, auch Einzelmaßnahmen 
  • Je besser die Energieffizienz, desto mehr Förderung 
  • Günstige Zinssätze und 5 % Tilgungszuschuss  bzw. max. 50,- €/qm
  • Für Unternehmen und Freiberufler ohne Beschränkungen durch die Umsatzgröße
Weiter Infos:    KfW

Freitag, 18. September 2015

Erstes Mehrfamilienhaus mit „Passivhaus Plus“-Zertifikat steht in Innsbruck

„Die Frage, ob ein Wohngebäude vollständig, also das ganze Jahr über mit erneuerba­rer Energie versorgt werden kann, ist von der Neuen Heimat Tirol eindeutig beantwor­tet: Ja, es geht“, freut sich Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Grundlage dafür sei die Einhaltung des Passivhaus-Standards. Dadurch sei der Ener­giebedarf derart gering, dass die in der Region erneuerbar erzeugte Energie sogar im Winter ausreiche. „Die oft angeführte ‚Netto-Jahresbilanz‘ hilft bei der Suche nach einem praktikablen Konzept zur energetischen Bewertung von Gebäuden nicht weiter - denn bis heute ist es mit auch nur annähernd vertretbarem Aufwand nur begrenzt möglich, sommerliche Wärme- oder Stromüberschüsse für den Winter zu speichern“, betont Feist. Mit dem „Passivhaus Plus“ sei dieses Problem gelöst.



Die Wohnanlage „Vögelebichl“ in Innsbruck besteht aus zwei Neubauten, die durch ei­ne Tiefgarage miteinander verbunden sind - siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps(Grundstück aktuell noch ohne Bebauung). Der als „klassisches“ Passivhaus zertifizier­te südliche Baukörper verfügt über 10 Wohnungen. In dem als „Passivhaus Plus“ zer­tifizierten nördlichen Gebäude befinden sich auf vier Stockwerken insgesamt 16 Woh­nungen. Für das „Plus“ im Energiekonzept sorgen ...
  • eine Grundwasserwärmepumpe,
  • eine thermische Solaranlage und
  • eine Photovoltaik-Anlage.
Um auf der anderen Seite der Bilanz den Bedarf gering zu halten, kommen in beiden Gebäudeteilen die bekannten Grundprinzipien des Passivhaus-Standards zum Einsatz:
  • Komfortlüftung,
  • Dreischeibenverglasung,
  • sehr gute Wärmedämmung,
  • luftdichte Gebäudehülle und
  • wärmebrückenfreie Konstruktion.
Zur Erinnerung: Die Zertifizierungsklasse „Passivhaus Plus“ wurde im April 2015 mit einer neuen Version des Planungstools PHPP eingeführt. Die Obergrenze für den Ge­samtbedarf an erneuerbarer Primärenergie (PER) liegt hier bei 45 kWh/(m²a). Zugleich müssen, bezogen auf die überbaute Fläche, mindestens 60 kWh/(m²a) erneuerbare Energie erzeugt werden. Der Heizwärmebedarf darf, genau wie beim „Passivhaus Clas­sic“, maximal 15 kWh/(m²a) betragen

Quelle: baulinks.de

Mittwoch, 24. Juni 2015

100.000,- € KfW-Förderdarlehen für Passivhäuser

Die KfW ändert die Förderdarlehen für 
Passivhäuser. Bisher gab 
es zu günstigen Zinskonditionen 
pro Wohneinheit 50.000,- € 
Förderdarlehen. Ab dem 01.04.2016 
wird das Förderdarlehen 
auf 100.000,- € erhöht. 
Selbstverständlich weiterhin zu 
günstigen Zinsen. Aktuell 
beträgt der effektive Jahreszins 0,75 %! 

Der Grund dafür sind die gestiegenen 
Anforderungen gemäß 
EnEV 2014. 
Die KfW-Förderung für den 
Standard "KfW-Effizienzhaus 70"
 entfällt endlich.
Dafür wird - neben den bereits 
bestehenden Förderstandards 
KfW-Effizienzhaus 55 und 40 - 
ein weiterer 
Standard "KfW-Effizienzhaus 40 Plus" 
mit einem attraktiven
 Tilgungszuschuss angeboten.

Für die 20- und 30-jährigen 
Kreditlaufzeiten wird 
eine 20-jährige Zinsbindungsvariante 
eingeführt.

Sie haben Fragen? Fragen Sie uns. 
Wir haben die Antworten!